"Göttin des Regenbogens“ wird die Iris auch genannt, vermutlich, weil sie wie keine andere Blume in so vielen Farben, Nuancen und Schattierungen blüht. Allein die unzähligen Blau- und Violett-Töne sind an Vielfalt schwer zu überbieten und gehen manchmal sogar bis in ein tiefes Schwarz. Dann gibt es weiße, cremefarbene, gelbe oder weinrot-braune Iris, nur in leuchtendem Rot sucht man sie vergeblich. Diese Farbe fehlt in den Erbanlagen.
Neben der Farbe sind es die Zeichnung und die Blütenform, die die Bartiris zu einer der beliebtesten Gartenpflanzen macht: In den USA sind sie direkt nach den Rosen auf Platz 2 der beliebtesten Blumen. In diesem Punkt bin ich doch gerne auch mal Amerikaner!
Iris sind jedoch nicht nur ausgesprochen beliebt, sondern auch formenreich: Rund 300 Arten und Unterarten zählt die Gattung Iris. Dabei unterscheidet man die drei Gruppen der Bartiris (Iris barbata, auch als Schwertlilien bekannt), die bartlosen Iris (hierzu zählt z.B. die Sibirische Wieseniris) und die Zwiebeliris (wie der Frühlingsblüher Iris reticulata).
Bartiris sind wohl in unseren Gärten am häufigsten anzutreffen. Man unterscheidet anhand der Wuchshöhe drei Gruppen: die hohen (Iris barbata elatior) und mittleren (Iris barbata media) Bartiris sowie die niedrigen Zwergiris (Iris barbata nana). Neben der Wuchshöhe ist dabei interessant, dass die Zwergiris bereits etwas früher blühen (ab Mitte April) und bestens für einen dauerhaften Einsatz im Steingarten geeignet sind (die mittleren und hohen Sorten müssen dagegen immer mal wieder geteilt werden, damit sie nicht blühfaul werden – doch dazu später mehr). Dann folgen die Media-Iris und als letztes blühen die hohen Bartiris (Ende Mai bis Anfang Juni). Zwei sehr tolle Sorten sind die fast schwarze "Study in Black" ...
... und die hellblaue, sehr gut duftende "Morgendämmerung".
Die Eleganz und Anmut dieser Pflanzen hat schon früh des Züchters Interesse geweckt, so ist die Vielzahl der Züchtungen heute einfach unüberschaubar: Mehr als 50.000 (!) Sorten sind weltweit registriert, jährlich kommen 800-1.000 neue Sorten hinzu. Viele gelangen jedoch niemals in die Sortimente der Staudengärtner und unzählige neue Sorten sind auch schon wieder verschwunden. Interessant ist, dass in den USA offenbar ein ganz anderer Iris-Geschmack vorherrscht. Dort haben viele Sorten ineinander verlaufende Farben und werden von grün-grauen, fast „schmutzigen“ Farbtönen dominiert. Diese Sorten entwickeln sich in unseren Gärtnereien regelmäßig zu Ladenhütern.
Das dürfte bei der alten und bewährten gelben "Brassie" eher nicht passieren: Sie blüht zuverlässig und dauerhaft ...
... in einem erfrischenden Gelb! Ebenfalls gelb (ist sonst eigentlich nicht so die Farbe im GRUENZEUX-Garten) die Zwergiris "Hamburger Michel":
Weitere hübsche Zwergiris sind "Lady in Red" ...
... und "Katy Petts".
Bartiris gehören zu den Stauden. Sie bilden dicke Rhizome mit fleischigen Wurzeln, die schwertförmigen Blätter ziehen im Winter vollständig ein. Bartiris lieben vollsonnige, trockene Standorte auf humusreichen und sandigen Böden, die gerne auch etwas kalkhaltig sein dürfen. Stauende Nässe mögen die Pflanzen überhaupt nicht und führt zur Fäulnis der Rhizome. Daher sollten schwere Lehm- und Tonböden auch mit Kies und Sand aufbereitet werden. Man kann im Beet auch flache Hügel bilden – so kann das Wasser seitlich abfließen. Gedüngt werden Bartiris nur wenig mit organischem Dünger, dabei sollte der Stickstoff-Anteil nicht allzu hoch sein.
Die beste Pflanzzeit ist von Ende Juli bis Anfang Oktober, viele Iris-Züchter versenden auch nur dann die Rhizome. Im eigenen Garten kann man auch kurz nach der Blüte verpflanzen. Wichtig ist dabei die richtige Pflanztiefe der Rhizome: Sie sollen nur ganz flach eingegraben werden, im Folgejahr schieben sich die Rhizome über die Erdoberfläche. Durch die leichte Überdeckung werden Frostschäden im ersten Winter vermieden. Die Rhizome immer leicht erhöht pflanzen, nie in einer Mulde. Der Blattfächer des Rhizoms wird vor der Pflanzung bis auf eine Handbreite zurückgeschnitten. Nun nimmt man drei bis fünf dieser Rhizome und pflanzt sie kreisförmig mit Abständen von rund 20 cm, die Blattfächer zeigen dabei immer nach außen. Nach der Pflanzung wird noch zwei- bis dreimal gegossen – fertig, das nächste Frühjahr kann kommen!
Demnächst stelle ich in einem 2. Teil vor allem die spät blühenden hohen Sorten sowie die Wieseniris (Iris sibirica) vor. Allen, die sofort mehr zu Iris wissen wollen, empfehle ich zwei gleichnamige Bücher: einmal von Dr. Fritz Köhlein, das andere von Susanne Weber - viel Spaß!












Die Entstehung dieses Posts hat übrigens ein Kamerateam von SAT 1 begleitet. Das war ganz schön spannend!
Das Magazin Weck Up wollte etwas über das Thema Garten und Garten-Blogs drehen und hat sich hierfür Wurzerls und den GRUENZEUX-Garten ausgesucht ...
